Eine 3-Tage-Hüttenwanderung durch das SalzburgerLand in Österreich

3 Tage Hüttewanderung im SalzburgerLand in Österreich

Morgens sehen wie die ersten Sonnenstrahlen über den Berg kommen, unterwegs unzählige spektakuläre Ausblicke genießen und sich nach vielen Kilometern und Höhenmetern über einen Teller Kaiserschmarrn in der Hütte freuen. Das erwartet dich, wenn du eine Hüttentour machst. Hört sich das für dich wie ein tolles Erlebnis an? Diese 3-Tage-Hüttenwanderung in Österreich kann ich sehr empfehlen!

Die 3-Tage-Hüttenwanderung im SalzburgerLand auf einen Blick

Wenn du eine 3-Tage-Hüttenwanderung in Österreich machen möchtest, kannst du sehr gut einen Teil vom Salzburger Almenweg wandern. Der Fernwanderweg ist 350 Kilometer lang und erschließt einen großen Teil der schönen Almen im SalzburgerLand. Wusstest du, dass dieses österreichische Bundesland die höchste Dichte an Almen hat? Der Wanderweg ist in 31 Etappen von unterschiedlicher Länge und Schwierigkeit unterteilt. Entlang des Weges gibt es auch viele Hütten, in denen man übernachten kann. Das macht es sehr einfach, seine eigene mehrtägige Bergtour oder auch nur eine Tageswanderung zusammenzustellen. Selber habe ich fünf Etappen (22 bis 26) ausgewählt und bin sie in drei Tagen gewandert.

Du hast kein eigenes Auto? Auf dem Salzburger Almenweg ist das normalerweise kein Problem. Im Sommer gibt es regelmäßige Wanderbusse, die dich zum Ausgangspunkt der Wanderung oder zurück bringen. Selbst hatte ich auch kein Auto, als ich diese Hüttentour im SalzburgerLand gemacht habe. Ich habe in einem Appartement in Radstadt gewohnt und bin am 1. Tag mit dem Wanderbus zum Zauchensee gefahren. Am 3. Tag endete die Wanderung wieder in Radstadt.

Tag 1: Vom Zauchensee zur Südwienerhütte

  • Länge: 11 km (+1,8 km)
  • Höhenmeter 700 m (+240 m)
  • Zeit: ungefähr 4,5 Stunden (+0,5 Stunden)
  • Startpunkt: Zauchensee
  • Endpunkt: Südwienerhütte
  • Etappen Salzburger Almenweg: Etappe 22 und die Hälfte von 23
  • Übernachtung: Südwienerhütte

(Wenn du zunächst mit dem Bus oder Auto zum Zauchensee fährst, musst du die Zeiten und Entfernungen in Klammern hinzurechnen.)

An diesem ersten Wandertag gibt es jede Menge schöne Aussichten. Dafür musst du einige Höhenmeter bewältigen, aber das lohnt sich auf jeden Fall. Außerdem wandert man auch ein Stück flach durch das Tal der Taurach. Wer fit ist, kann in diesem Tal einen Abstecher zum Johannesfall machen. Bei diesem beeindruckenden Wasserfall ist es sogar möglich hinter dem Wasser zu stehen und durch das Wasser auf das Tal zu schauen. Auch wenn du dich entscheidest, diesen zusätzlichen Teil nicht zu wandern, wirst du den Johannesfall sehen. Dann aber von weitem und zwar auf dem letzten steilen Stück dieser Etappe. Kurz danach erreichst du die Südwienerhütte. Wenn du auf der Hütte angekommen bist, genießt du eine wunderschöne Aussicht auf beide Seiten des Berges.

In der Südwienerhütte teilt Tanja Scharler die Zimmer um 17 Uhr ein. Sie fragt auch, wer an diesem Abend mitessen möchte. Das kann ich dir empfehlen, ich habe selten so leckere Spinatknödel gegessen!

Ob wir mehr Knödel wollen, fragt uns Tanja (“Sag doch bitte Tanja, nicht Frau Scharler”). Wir, das sind ich und ein paar andere Wanderer. Dazu können wir nicht nein sagen. Ein paar Minuten später steht ein weiterer dampfender Teller mit Spinatknödeln auf dem Tisch. Mmmm! Ich plaudere noch ein wenig mit den anderen Wanderern und gehe dann nach draußen, um die Sonne hinter den Bergen verschwinden zu sehen. Müde, gesättigt und zufrieden gehe ich um 21:30 Uhr ins Bett. Ab 22 Uhr herrscht Hüttenruhe und man hört nur noch gelegentlich das Muhen einer Kuh. Ein herrliches Erlebnis.

Tag 2: Von der Südwienerhütte zur Oberhütte

  • Länge: 15 km
  • Höhenmeter: 800 m
  • Zeit: ungefähr 5 Stunden
  • Startpunkt: Südwienerhütte
  • Endpunkt: Oberhütte
  • Etappen Salzburger Almenweg: die Hälfte von Etappe 23 und Etappe 24
  • Übernachtung: Oberhütte

Während es draußen noch dämmert, trinke ich eine Tasse Kaffee. Es scheint fast unmöglich nach den zwei vollen Tellern Spinatknödel gestern, aber ich könnte schon wieder essen. Auf eine Schale Joghurt folgen zwei Vollkornbrötchen. Dann packe ich meinen Rucksack und mache mich auf den Weg. Tanja winkt mich nach. “Viel Spaß noch”, ruft sie. Ich winke und drehe mich um, gerade noch rechtzeitig, um zu sehen wie die ersten Sonnenstrahlen über den Berg kommen.

Die Wanderung beginnt mit dem Hirschwandersteig, einem recht flachen Wanderweg unterhalb einer beeindruckenden Felswand. Anschließend steigst du zum Wisenegger Tauernhaus am Ortsrand von Obertauern ab. Direkt hinter dem Tauernhaus führt der Wanderweg hinauf auf den Berg. Wer 300 Höhenmeter “sparen” möchte, kann auch mit der Grünwaldkopfbahn auf den Berg fahren (Achtung: nur im Sommer möglich). Ansonsten erwartet dich ein kurzer, aber steiler Aufstieg zum Grünwaldsee. Leider ist die Aussicht durch die Skilifte nicht so schön und frei wie sie sein könnte, aber oben angekommen, ist das schnell vergessen. Dort kannst du ein Bad im Grünwaldsee nehmen oder dich kostenlos ein Stand Up Paddle Board schnappen und eine Runde auf dem Krumschnabelsee paddeln.

Dann steigt man ein wenig ab, um dann wieder viele Höhenmeter zu machen. Kurz bevor du den Obersee erreichst, hast du einen spektakulären Blick auf die felsigen Berge um dich herum. In der Oberhütte kannst du übrigens nicht nur gut schlafen, sondern auch lecker essen. Ich weiß nicht, ob es an der Bergluft lag, aber hier hatte ich den besten Kaiserschmarrn die ich je gegessen habe! Nach dem Abendessen bleiben viele Wanderer und Mountainbiker unten im Wohnzimmer, um zu plaudern und Gesellschaftsspiele zu spielen, bevor ab ca. 22 Uhr Hüttenruhe herrscht.

Tag 3: Von der Oberhütte nach Radstadt

  • Länge: 21,5 km
  • Höhenmeter: 270 m
  • Zeit: ungefähr 6 Stunden
  • Startpunkt: Oberhütte
  • Endpunkt: Radstadt
  • Etappen Salzburger Almenweg: Etappe 25 und 26

Dies ist der Tag mit den meisten Kilometern und den wenigsten Höhenmetern. Es geht ein ganzes Stück bergab zur Vogeialm und dann entlang des Oberhüttebaches nach Forstau. Wer sich stärken will, dem kann ich ein Mittagsessen im Forstauer Wirtshaus empfehlen. Von Forstau sind es danach noch 8,5 km bis nach Radstadt. Den ersten Teil dieser Strecke wanderst du durch den Wald, dann entlang der Enns. Der Endpunkt befindet sich im historischen Zentrum von Radstadt. Die vielen Terrassen der Cafés und Restaurants sehen nach dem Spaziergang wahrscheinlich sehr einladend aus.

Tipp: Wenn du diese doch etwas weniger interessante Etappe abkürzen willst, aber trotzdem deine Hüttentour in Radstadt enden willst, kannst du von der Oberhütte nach Obertauern wandern und dann mit dem Wanderbus nach Radstadt fahren.

Wie sieht es mit einer Hüttenwanderung in Österreich und Corona aus?

Wenn du eine Hüttenwanderung in Österreich planst, ist es gut, wenn du zusätzliche Corona-Maßnahmen berücksichtigst. Auch in den Bergen solltest du Menschenansammlungen meiden und Abstand halten. Es ist auch wichtig, die Risiken zu reduzieren, indem man Bergsportarten betreibt, die unterhalb der maximalen Leistungsgrenze liegen. Überlege dir vorher genau, was du bewältigen kannst und welche Komplikationen eine Rettungsaktion mit sich bringen wird. Trage außerdem immer Mundschutz und Desinfektionsmittel bei sich. Jede Hütte hat ihre eigenen Regeln, aber es gibt auch einige allgemeine Regeln für Berghütten in Corona-Zeit.

Was man auf eine 3-Tage-Hüttenwanderung in Österreich mitnehmen sollte

Was du mitnimmst, hängt natürlich von der Jahreszeit, dem Gebiet und deinen eigenen Wünschen ab. Aber diese Dinge sollten auf keinen Fall in deinem Wanderrucksack fehlen, wenn du eine 3-Tage-Hüttenwanderung in Österreich machst:

  • Hüttenschlafsack (ist fast immer obligatorisch)
  • Set mit trockener/ sauberer Kleidung für den Abend
  • Regenjacke oder -poncho
  • Bargeld
  • Kleine (Mikrofaser-)Handtuch
  • Eine Wanderkarte (ein Handy reicht nicht aus, da du nicht immer Reichweite und/oder Strom hast)

Tipp: Eine praktische Packliste für eine Hüttentour findest du auf der Website des Deutschen Alpenvereins.

Deine 3-Tage-Hüttenwanderung in Österreich vorbereiten

Du hast Lust bekommen, eine 3-tägige Hüttenwanderung in Österreich zu machen? Dann ist es jetzt Zeit für die praktische Vorbereitung. In Österreich kann man manchmal eine ganze Hüttentour beim örtlichen Tourismusbüro buchen oder man organisiert alles selbst.

Meine Hüttentour war Teil der 7-tägigen Pauschalreise Unterwegs am Almenweg von Radstadt Tourismus. Der Vorteil war, dass ich mein Gepäck in der Wohnung in Radstadt lassen konnte und nur einen kleinen Rucksack für die Hüttentour packen und mitnehmen musste.

Es ist auch nicht kompliziert, diese Hüttentour selbst zu organisieren. An diesen Dingen musst du denken:

  • Buche rechtzeitig die Übernachtungen in den Berghütten. Wann das ist, hängt von dem Zeitraum, in dem du wandern willst, und dem Gebiet ab. Für eine Übernachtung in einer der Hütten entlang beliebter Routen in der Hochsaison ist es manchmal ratsam, mehrere Monate im Voraus zu buchen. Manchmal kann man jedoch relativ spät noch einen Platz bekommen, weil andere Wanderer abgesagt haben.
  • Wo lagerst du deine Sachen? Ich selbst habe eine Woche in einer Wohnung in Radstadt gewohnt und konnte die Sachen, die ich für die Hüttentour nicht brauchte, dort lassen. Alternativ kannst du dein Gepäck auch in einem Schließfach am Bahnhof deponieren. Wenn du eine dieser Optionen wählst oder z.B. deine Sachen im Auto lässt, musst du sicher sein, dass deine Hüttentour entweder am Ausgangspunkt endet oder du mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zurückfahren kannst.
  • Wie bucht man eine Übernachtung auf einer Berghütte? Berghütten des Alpenvereins können online gebucht werden. Andere (private) Hütten können auch im Voraus über deren Website oder telefonisch gebucht werden.
  • Was eine Hüttentour kostet, hängt weitgehend von dir selber ab. Die Übernachtung in einer Berghütte ist nicht unbedingt billig. Für Mitglieder eines Bergsportvereins kostet eine Übernachtung in den meisten Hütten ca. 35,-€ pro Person und Nacht (Übernachtung 12,-€, Abendessen 8,- bis 15,- € und Frühstück 5,- bis 10,- €). Nicht-Mitglieder zahlen oft das Doppelte für eine Nacht (ohne Essen). Du kannst eine Hüttentour billiger machen, indem du dein eigenes Essen mitbringst, dann musst du aber das zusätzliche Gewicht in deinem Rucksack berücksichtigen. Meine Erfahrung ist, dass nicht unbedingt das Essen, sondern vor allem die Getränke teuer sind. In einigen Hütten muss man auch für das Duschen bezahlen.

Eine Hüttenwanderung in Österreich: Tipps für Anfänger

Wirst du deine allererste Hüttentour machen? Großartig, du wirst ein fantastisches Erlebnis haben! Aber ich verstehe auch, dass es ziemlich aufregen sein kann. Hoffentlich sorgen diese Tipps dafür, dass du dich noch mehr freuen kannst:

  1. Entscheide dich für eine Hüttentour in Österreich, die für Anfänger geeignet ist oder zumindest eine, die deiner Erfahrung und Kondition entspricht. Wandern im Flachland ist wirklich etwas anderes als Wandern in den Bergen. Mehr als tausend Höhenmeter am Tag zu machen, ist nicht ratsam, wenn du es noch nie gemacht hast. Es ist besser, mit weniger Höhenmetern und ein oder zwei Nächten zu beginnen.
  2. Stelle sicher, dass du fit bist! Es hilft, wenn durch Ausdauersportarten wie langes Gehen, Laufen, Schwimmen oder Radfahren zu Hause ein gutes Fitnessniveau aufgebaut wurde. Es kann auch helfen, Kraft- und Mobilitätsübungen zu machen.
  3. Bereite deine Ausrüstung richtig vor. Für eine Hüttentour braucht man nicht viele, sondern die richtigen Sachen. Es ist z.B. wichtig, dass du gute Wanderschuhe hast, mit denen du tagelang laufen kannst. Berücksichtige auch die unterschiedlichen Wetterlagen (Zwiebel-Look!).
  4. Hab’ Spaß! Du beginnst deine Wanderung bei den ersten Sonnenstrahlen und siehst jeden Abend die Sonne hinter den Bergen verschwinden. Alleine das macht eine Hüttentour in Österreich schon zu einem tollen Erlebnis. So aufregend es auch ist, dies zum ersten Mal zu tun, genieße es, denn die Zeit geht schnell und du wirst auch ganz schnell wieder im Tal sein.

FAQ – 3-Tage-Hüttewanderung in Österreich

Seit dieser Artikel Anfang Dezember online gegangen ist, habe ich ziemlich viele Fragen zur Hüttentour in Österreich erhalten. Hier findest du die Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen:

Kann ich den Hund mit auf diese Hüttentour nehmen?

Ob der Hund willkommen ist, ist von Hütte zu Hütte unterschiedlich. Bevor du also eine Hütte buchst, solltest du am besten auf deren Website nachsehen, ob ein Hund erwünscht ist. Im Falle der Südwienerhütte kontaktierst du bitte vorab die Familie Scharler, E-Mail: suedwienerhuette@gebirgsverein.at oder Tel. +4366434342 (Hütte). In der Oberhütte sind laut der Website Bergwelten Hunde erlaubt.

Ist diese Bergwanderung in Österreich mit Höhenangst machbar?

Ich finde diese Frage schwer zu beantworten, weil ich selber keine Höhenangst habe. Auf dieser Wanderung gibt es keine Stellen, an denen man auf einem Felsvorsprung neben einem Abgrund steht und in die Tiefe schaut. Man schaut dennoch einige Male von einem stabilen Platz ins Tal hinunter. Ob diese Wanderung mit Höhenangst machbar ist, hängt von deiner persönlichen Erfahrung ab.

Wo kann ich diese 3-Tage-Hüttenwanderung im SalzburgerLand buchen?

Unsere Hüttentour war Teil der 7-tägigen Pauschalreise Unterwegs am Almenweg von Radstadt Tourismus. Du kannst diese Hüttentour auch ganz einfach selbst planen und die Hütten reservieren.

Ist diese 3-Tage-Wanderung für eine Familie mit Kindern geeignet?

Kinder sind sowohl in der Südwienerhütte als auch in der Oberhütte am See willkommen. Ob das Niveau der Wanderung für Kinder geeignet ist, hängt von deren Wandererfahrung ab. Schaue dir die Kilometerzahl und die Höhenmeter oben an, um abzuschätzen, ob deine Kinder es schaffen können. Unmöglich ist es sicher nicht, denn unterwegs trafen wir eine Familie mit Kindern im Alter von etwa 12 Jahren.

Disclaimer: Dieser Beitrag basiert auf meinen eigenen Erfahrungen. Gehe nur gut vorbereitet in die Berge und lasse dich ggf. vor deiner Wanderung oder Hüttentour gut beraten.

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