10 Tipps für das Winterwandern

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Durch den Schnee stapfen, die Stille erleben, vielleicht sogar Gämse sehen: Winterwandern ist ein fantastisches Erlebnis. Wie du dich auf das Winterwandern vorbereitest, welche Ausrüstung und Kleidung praktisch ist und weitere nützliche Tipps erfährst du in diesem Artikel.

1. Die Winterwanderung gut planen

Eine gute Winterwanderung beginnt mit einer guten Planung. In vielen Gebieten gibt es extra (ausgeschilderte) Winterwanderwege, die zum Teil sogar präpariert sind. Das bedeutet, dass so viel geräumt wird, dass ein gut begehbarer Schneeweg übrig bleibt. Du möchtest lieber deine eigene Route planen? Dann erwartet dich wahrscheinlich eine tiefe Schneedecke, in der du dementsprechend tief einsinken könntest. Erkundige dich im Voraus, ob die Hütte, in der du einkehren oder übernachten willst, tatsächlich auf hat. Plane auch alternative Routen für unvorhergesehene Situationen und informiere dich, wo du die Strecke abkürzen oder gar abbrechen kannst. Kurz vor der Tour solltest du dich noch einmal über den Wetter- und Lawinenlagebericht informieren. Wenn du etwas über die aktuelle Situation vor Ort erfahren möchtest, kannst du Websites nutzen, auf denen Bergsteiger ihre Erfahrungen austauschen (z. B. hikr.org und alpenvereinaktiv.de), oder bei den örtlichen Fremdenverkehrsbüros oder alpinen Informationsdiensten anrufen.

2. Warme Kleidung tragen: Zwiebelprinzip ist das Stichwort

  1. Die Funktionsschicht oder Baselayer ist eine warme, feuchtigkeitsableitende Unterschicht. Zum Beispiel: lange Thermounterwäsche.
  2. Die wärmende Schicht oder Midlayer besteht aus einem oder mehreren warmen Kleidungsstücken, z. B. einem Fleece-Pullover.
  3. Die Wetterschutz-Schicht oder Outer Shell ist wind- und wasserdicht. Hierfür eignet sich zum Beispiel eine gefütterte Softshell-Jacke.

Manchmal nimmt man für Pausen oder extrem kalte Tage eine vierte Schicht mit: die Daunen- oder Kunstfaserjacke. Sie ist fast nie wasserdicht und kann sogar so warm sein, dass man beim Wandern ins Schwitzen kommt. Dadurch wird einem besonders kalt – deshalb zieht man sie normalerweise nur in den Pausen an. Ich selbst habe die 3-in-1-Winterjacke Ribut von Maier Sports. Sie besteht aus einer wattierten Jacke und einer atmungsaktiven, wasserdichten Jacke darüber. Beide können auch separat getragen werden: die wattierte Jacke zum Beispiel an kalten, trockenen Tagen und die wasserdichte Jacke an wärmeren, nassen Tagen. In Kombination mit einem Thermoshirt ist das Ribut für mich meist warm genug, ansonsten ziehe ich einen weiteren Fleece-Midlayer an.

Wasserdichte (Winter-)Wanderhosen sind bei Winterwanderungen sehr nützlich. Einige sind gefüttert, bei anderen kann man eine Thermostrumpfhose darunter tragen, wenn es richtig kalt ist.

3. Mit den richtigen Schuhen macht das Winterwandern mehr Spaß

Mit guten Wanderschuhen lässt sich die ganze Welt erobern. Oder na ja, zumindest kann man schön lange wandern. Welche Schuhe braucht man zum Winterwandern? Wasserdichte Bergwanderschuhe mit einer robusten Profilsohle. Das können durchaus dieselben Wanderschuhe sein, die du im Sommer trägst. Ich trage meinen Hanwag Tatra II GTX auch das ganze Jahr über. Wenn du auf Eis wanderst oder zusätzlichen Halt haben möchtest, kannst du Grödel verwenden. Bei Gletscherwanderungen sind Steigeisen unverzichtbar.

4. Früh aufbrechen für die Winterwanderung

Im Winter sind die Tage viel kürzer. Das sollte man berücksichtigen, wenn man im Winter wandern geht. Denk auch daran, dass die Sonne auf der Nordseite des Berges viel früher untergeht als auf der Südseite. Bei längeren (Tages-)Wanderungen kann es daher ratsam sein, schon vor Sonnenaufgang aufzubrechen. Bringe eine Stirnlampe mit, damit du in der Dunkelheit sehen kannst. Auch an zusätzliche Akkus ist zu denken, da bei Kälte der Akku schneller leer wird.

5. Fit werden

Im Winter ist das Wandern anstrengender als im Sommer. Manchmal stapfst du durch Tiefschnee, manchmal strengst du alle deine Muskeln an, um auf einem rutschigen Weg aufrecht zu bleiben. Außerdem verbraucht man durch die Kälte viel mehr Energie. Nach meiner ersten Winterwanderung der Saison habe ich immer großen Muskelkater 😉 Bevor du im Winter losziehst, solltest du sicherstellen, dass du fit bist. Gibt’s keine Berge bei dir vor der Haustür? Dann kannst du z.B. auch mit längeren Strecken im Sand üben.

6. Die Natur respektieren

Genieße die Natur mit Respekt. Bitte denk daran, dass du durch den Lebensraum von Wildtieren wanderst. Im Winter müssen sie mit ihrer Energie sparsam umgehen, um zu überleben. Wenn sie von Bergwanderern aufgeschreckt werden und flüchten, kann das für sie fatal sein. Daher sollte man immer auf dem Weg bleiben, keinen Lärm machen und die Tiere nur aus der Ferne beobachten. In vielen Wintersportgebieten sind Ruhezonen gekennzeichnet, die nicht betreten werden dürfen. Nimm zudem deinen Müll immer mit und pflücke nichts, was du unterwegs findest. Auf diese Weise bleibt die Natur ein schöner Ort für alle.

7. Ausreichend essen und trinken

Durch die Kälte fühle ich mich meistenst weniger durstig und hungrig. Beim Winterwandern ist es jedoch sehr wichtig, gut zu essen und zu trinken, damit man genügend Energie zum Wandern hat. Hast du eine Trinkblase in deinem Rucksack? Um den Gefrierpunkt herum ist es normalerweise noch möglich, daraus zu trinken, aber sobald es viel kälter wird, kann das Wasser zufrieren. Es gibt spezielle Isolierhülsen, sodass du die Trinkblase weiterhin verwenden kannst. Alternativ kann man auch eine Isolierflasche mit einem heißen Getränk mitnehmen. Was das Essen angeht, so nehme ich gerne energiereiche, leicht zu verzehrende Snacks mit. Zum Beispiel: Nüsse, Müsliriegel, Cracker und Bananen. Vor allem sollte es schnell und einfach (mit Handschuhen) zu essen sein und nicht einfrieren. Ein Winterpicknick klingt so romantisch, aber an Tagen, an denen einem der Schnee um die Ohren fliegt, ist es nicht gerade praktisch. Aber hey, an einem schönen sonnigen Wintertag liebe ich es auch, mich entspannt auf eine Bank zu setzen und ein Stück selbstgebackenes Bananenbrot mit einem Schluck Kaffee zu genießen.

8. Die Orientierung beim Winterwandern

Wenn die Schneedecke dick ist, sind Wanderwege, Markierungen und Schilder plötzlich kaum noch oder gar nicht mehr sichtbar. Man muss sich also anders orientieren können, zum Beispiel mit einem GPS. Bei Kälte können die Akkus von GPS und Handy rasch leer werden. Es ist daher ratsam, eine topografische Karte als Back-Up mitzunehmen.

9. Wandern im Winter: die richtige Ausrüstung

Mit der richtigen Kleidung und den richtigen Schuhen hast du schon eine gute Basis. Unverzichtbar im Rucksack sind zudem ein Erste-Hilfe-Set, ein Notbiwaksack, Sonnencreme und eine Sonnenbrille. Je nach Gelände brauchst du vielleicht Grödel oder sogar Steigeisen. Bei einer dicken Pulverschneedecke kann es sinnvoll sein, mit Schneeschuhen zu wandern. Für Schneeschuhwanderungen und Touren in unwegsamem Gelände kann es ratsam (oder sogar unabdingbar) sein, ein LVS-Set (LVS-Gerät, Lawinenschaufel und Sonde) mitzunehmen.

10. Das Wetter im Auge behalten

Natürlich sollte man sich vor einer Winterwanderung über die Wettervorhersage informieren. Es ist zu beachten, dass das Wetter auf dem Berg anders ist als im Tal. Ein warmer Wind im Tal kann auf dem Berg zu einem eisigen Schneesturm werden. Außerdem ist es wichtig, das Wetter während der Wanderung im Auge zu behalten, da es sich in den Bergen schnell ändern kann. Passe deine Wanderung bei Bedarf entsprechend an und stelle sicher, dass du weißt, wo du gegebenenfalls deine Wanderung abkürzen oder abbrechen kannst. Es kann nützlich sein, sich mal mit dem Wetter in den Alpen vertraut zu machen, damit man die Zeichen erkennen kann und ein Wetterumschwung nicht überraschend kommt.

Disclaimer: Diese Tipps beruhen auf meinen eigenen Erfahrungen beim Winterwandern. Es ist wichtig, sich immer auf seinen eigenen Verstand zu verlassen. Jede Wanderung, jede Situation und jeder Wanderer ist unterschiedlich. Ich kann nur allgemeine Informationen zum Winterwandern geben, aber keine Verantwortung für bestimmte Situationen übernehmen.

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